Vorwort: Der erste Lichtstrahl

Seit wann schreibt man eine Vorwort zu einem Blog? Warum jetzt, wo ich so gut wie noch nichts – abgesehen von der ersten Übersicht und der ersten Vorstellung – verfasst habe?

Erste Gedankenskizze
Als ich die erste Einleitung zu diesem Blog schrieb, führte mich ein Link zum „Charles Dickens readathon“, den Penguin kürzlich begonnen hatte. Natürlich findet der in englischer Sprache statt. Dort hat man schon früher angefangen, spricht von 16 Romanen (ich zähle klassisch 15) und ist immerhin schon, nach der Lektüre von The Posthumous Papers of the Pickwick Club , The Adventures of Oliver Twist und David Copperfield, über 2000 Seiten weiter. Ich habe mich, gerade begonnen, durch die drei Vorworte des Pickwick Club, nun sagen wir mal, gemüht. Vorworte können mühselig sein, selbst wenn sie von einem Dichter wie Dickens stammen. Dennoch helfen sie bei der Einordnung und Orientierung.

Jedenfalls stehe ich am Anfang. Und schwer hebt sich der Vorhang, wenn ich den ersten Satz aus dem Pickwick Club lese:

„The first ray of light which illumines the gloom, and converts into a dazzling brilliancy that obscurity in which the earlier history of the public career of the immortal Pickwick would appear to be involved, is derived from the perusal of the following entry in the Transactions of the Pickwick Club, which the editor of these papers feels the highest pleasure in laying before his readers, as a proof of the careful attention, indefatigable assiduity, and nice discrimination, with which his search among the multifarious documents confided to him has been conducted.“

Gustav Meyrink hat es so übersetzt:

„Der erste Lichtstrahl, der das Dunkel erleuchtet und blendende Helligkeit an Stelle jener Finsternis verbreitet, in welche die frühe Geschichte der öffentlichen Laufbahn des unsterblichen Pickwick bisher eingehüllt schien, ging von der sorgsamen Durchsicht folgender Eintragungen in den Sitzungsberichten des Pickwick-Klubs aus, die der Herausgeber dieser Papiere seinen Lesern mit lebhaftem Vergnügen als Beweis für die gründliche Aufmerksamkeit, den unermüdlichen Fleiß und das feine Unterscheidungsvermögen vorlegt, womit die Nachforschungen in der Fülle verschiedenartiger Dokumente, die ihm anvertraut waren, seinerseits durchgeführt worden sind.“

Wie einfach wäre es, diesen ersten Satz als Grundidee, als Leitsatz für die Lektüre zu nehmen. Und wie vermessen. Daher vergesse ich das ganz schnell.

Zweite Gedankenskizze
Dickens hat seinen Pickwick Club begonnen, weil er kurze Episoden zu den Radierungen von Robert Seymour verfassen sollte. Oder liegen die Dinge anders, wenn man auf das achtet, was in der Literaturgeschichte als „Dickens Seymour controversy“ bekannt wurde.

„There is however considerable controversy about who is intellectually responsible for the creation of the Pickwick Papers. It is agreed by Seymour’s widow, the publisher Chapman and Hall Chapman and Hall, and Charles Dickens (1812–70) that the original idea prompting Dickens‘ writing commission came from Seymour who spoke to his existing publisher (Chapman and Hall) to create a magazine series of sporting illustrations with short written sketches linking them together in some way.“

Ob sich im Laufe der Lektüre und der Beschäftigung mit Dickens dort Licht ins Dunkel kommt? Ich werde sehen.

Auf zum Pickwick Club und dem ersten Kapitel, in denen Stichlinge (Tittlebats) und Teiche ja eine gewisse Rolle spielen.

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